Viel Rauch um nichts – geraten ist selten gut beraten.

Auf­ge­tau­tes Hun­de­fut­ter, eine Müll­tü­te, ein lan­ger Spa­zier­gang und plötz­lich steht die Feu­er­wehr vor der Tür: Das Leben ist manch­mal unfass­bar chao­tisch! Umso wich­ti­ger ist es, als Mak­ler sei­ne Kun­den mit gut­ge­mein­ten, aber irre­füh­ren­den Rat­schlä­gen nicht noch mehr zu ver­wir­ren …

Wenn der gute Rat den Ärger erst anfacht – der Sachverhalt

Eine Kun­din woll­te für ihren Hund Fleisch auf­tau­en und leg­te es auf den Herd, ohne ihn anzu­schal­ten. Beim Ver­las­sen der Woh­nung, um den Müll hin­aus­zu­tra­gen, stieß sie ver­se­hent­lich mit dem Müll­beu­tel gegen einen Schal­ter des Herds. Die Kun­din bemerk­te nicht, dass die­ser sich dabei ein­schal­te­te und ging mit ihrem Hund andert­halb Stun­den spa­zie­ren.

Als sie zurück­kam, stand zu ihrem Erschre­cken die Feu­er­wehr vor dem Haus. Zum Glück hat­te es aber nur eine leich­te Rauch­ent­wick­lung gege­ben und nicht gebrannt. Gemein­sam mit der Feu­er­wehr über­zeug­te sie sich davon, dass ansons­ten alles in Ord­nung war.

Eini­ge Zeit spä­ter erhielt sie einen Kos­ten­be­scheid über 1.000 Euro von der Stadt, weil sie den Feu­er­wehr­ein­satz angeb­lich fahr­läs­sig ver­ur­sacht habe. Mit die­sem Bescheid wand­te sie sich an ihren Ver­si­che­rungs­mak­ler.

Der Mak­ler ging davon aus, dass die Haft­pflicht­ver­si­che­rung der Kun­din den Fall über­neh­men wür­de. Er riet ihr, zunächst nichts zu unter­neh­men und kei­nen Wider­spruch gegen den Bescheid ein­zu­le­gen, bis die Haft­pflicht­ver­si­che­rung sich geäu­ßert hät­te. Die­se mel­de­te sich jedoch mona­te­lang nicht. In die­ser Zeit ver­strich die Wider­spruchs­frist und der Bescheid wur­de rechts­kräf­tig. Es folg­ten Mah­nun­gen und der Unmut der Kun­din des Mak­lers wuchs.

Sie mach­te ihn für die Situa­ti­on ver­ant­wort­lich, denn aus ihrer Sicht hat­te sein Rat dazu geführt, dass sie kei­nen Wider­spruch ein­ge­legt hat­te, der sie von der Kos­ten­last womög­lich befreit hät­te.

Ein schlechtes Gewissen ist nicht der beste Ratgeber – die Deckungsebene

Der Mak­ler mel­de­te den Fall unse­rer Scha­den­ab­tei­lung, die den Fall aus­führ­lich mit dem zustän­di­gen Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rer dis­ku­tier­te.

Der Ver­si­che­rer ver­wies dar­auf, dass der Mak­ler mit sei­nem Rat, kei­nen Wider­spruch ein­zu­le­gen, in den Bereich der unzu­läs­si­gen Rechts­be­ra­tung gera­ten sein könn­te. Ande­rer­seits wur­de das Mit­ver­schul­den der Kun­din an dem Ver­strei­chen­las­sen der Wider­spruchs­frist als so hoch bewer­tet, dass der Ver­si­che­rer gleich­wohl Abwehr­schutz zur Ver­fü­gung stel­len woll­te, um den Mak­ler von der For­de­rung frei­zu­hal­ten.

Aller­dings war die Lage in der Zwi­schen­zeit eine ande­re: Der Mak­ler hat­te den Kos­ten­be­scheid eigen­stän­dig begli­chen, um „Ruhe in die Sache zu brin­gen”. Er sah sich mora­lisch in der Pflicht, weil sein Rat aus sei­ner Sicht ursäch­lich für die ver­pass­te Wider­spruchs­frist war – eine Argu­men­ta­ti­on, die juris­tisch nicht ganz auf fes­tem Boden stand, aber mensch­lich nach­voll­zieh­bar war.

Schließ­lich erklär­te sich der Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rer, nicht zuletzt auf­grund unse­rer sehr wohl­wol­len­den Argu­men­ta­ti­on und der ver­gleichs­wei­se nied­ri­gen Scha­den­sum­me, bereit, eine Ver­gleichs­zah­lung in Höhe von 800 Euro zu leis­ten – aus­drück­lich ohne Prä­ju­diz und unter Berück­sich­ti­gung der lang­jäh­ri­gen Kun­den­be­zie­hung. Der Mak­ler nahm die­ses Ange­bot ger­ne an.

Wer im Zweifel einfach mal nix rät, muss später auch nicht büßen – das Fazit

Schus­ter, bleib bei dei­nen Leis­ten! Für Ver­si­che­rungs­mak­ler heißt das: Kei­ne Rechts­be­ra­tung, auch nicht in klei­nem Rah­men. Ob ein Wider­spruch ein­ge­legt wer­den soll­te oder nicht, ist kei­ne Ent­schei­dung, die ein Mak­ler für sei­ne Kun­den tref­fen darf. Und eine For­de­rung, die an einen Kun­den gestellt wird, soll­te nie­mals eigen­stän­dig begli­chen wer­den.

Scha­den­fäl­le soll­ten uns frü­hest­mög­lich gemel­det wer­den. Gemein­sam klä­ren wir dann, was zu tun ist, bevor Fris­ten ver­strei­chen oder Zah­lun­gen geleis­tet wer­den. Denn genau dafür sind wir da.
 
 
 

Über die Hans John Versicherungsmakler GmbH

Die Hans John Ver­si­che­rungs­mak­ler GmbH aus Ham­burg bie­tet mit einem Kom­pe­tenz­team u. a. aus Voll­ju­ris­ten und Ver­si­che­rungs­kauf­leu­ten einen Voll­ser­vice in der Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht an – inklu­si­ve umfas­sen­der Betreu­ung im Scha­dens­fall. Die Hans John Ver­si­che­rungs­mak­ler GmbH ist seit Jah­ren einer der Markt­füh­rer in ihrem Seg­ment.
 

Ansprechpartner zu dieser Meldung


Ass. jur. Dr. Oli­ver Fröh­lich, LL.M.
schaden@haftpflichtexperten.de