Antrag vergessen? Brandgefährlich!

Zu ver­ges­sen, einen Antrag für eine Gebäu­de­ver­si­che­rung ein­zu­rei­chen, ist für alle Betei­lig­ten ärger­lich – ins­be­son­de­re, wenn es erst auf­fällt, wenn’s tat­säch­lich brennt. Beson­ders unan­ge­nehm kann es aber wer­den, wenn der eigent­lich zustän­di­ge Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rer nicht mehr exis­tiert!

Auf Funkstille folgt das Fiasko – der Sachverhalt

Der lang­jäh­ri­ge Gewer­be­kun­de eines Mak­lers finan­zier­te sei­ne betrieb­lich genutz­te Immo­bi­lie um. Im Zuge des­sen soll­te auch der Ver­si­che­rungs­schutz aktua­li­siert wer­den, dar­un­ter die Gebäu­de­ver­si­che­rung. Der Mak­ler beriet den Kun­den, nahm den Antrag auf und teil­te mit, dass die Ein­de­ckung unver­züg­lich erfol­gen wür­de.

Nur lei­der erreich­te der Antrag den Ver­si­che­rer nie!

Eini­ge Jah­re spä­ter brach im Dach­ge­schoss der Immo­bi­lie ein Feu­er aus und ver­ur­sach­te einen erheb­li­chen Sach­scha­den. Bei der Scha­den­mel­dung stell­te sich zum Erschre­cken aller her­aus, dass für das Gebäu­de kein Ver­si­che­rungs­schutz bestand. Der ver­är­ger­te Kun­de mach­te den Mak­ler für den ent­stan­de­nen Scha­den ver­ant­wort­lich.

Böse Überraschung – die Deckungsebene

Selbst­ver­ständ­lich wand­te sich der Mak­ler an unse­re Scha­den­ab­tei­lung. Doch schnell wur­de klar, dass die Pflicht­ver­let­zung ver­mut­lich in eine Zeit fiel, in der der Mak­ler noch bei einem ande­ren Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rer ver­si­chert war. Bri­sant: Die­ser Ver­si­che­rer war inzwi­schen nicht mehr am Markt und sein Geschäft wur­de bereits abge­wi­ckelt.

Grund­sätz­lich deckt eine Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rung Pflicht­ver­let­zun­gen, die wäh­rend ihrer Ver­trags­lauf­zeit began­gen wur­den. Wann der Scha­den ein­tritt und wann der Kun­de sei­ne For­de­rung stellt, spielt dabei kei­ne Rol­le. In Fäl­len wie die­sem geht es dann oft­mals um Dis­kus­sio­nen über ein mög­li­ches Mit­ver­schul­den des Kun­den, da auch die­ser even­tu­ell hät­te bemer­ken müs­sen, dass kei­ne Poli­ce aus­ge­stellt wur­de und kei­ne Prä­mi­en­zah­lun­gen erfolg­ten sowie über die Fra­ge, ob die feh­len­de Ein­de­ckung mitt­ler­wei­le nach­ge­holt wur­de. Geschä­dig­te Kun­den müs­sen sich grund­sätz­lich auch die erspar­ten Prä­mi­en­zah­lun­gen ent­ge­gen­hal­ten las­sen – Mak­lern wie­der­um wird mög­li­cher­wei­se die in ihrer Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rung hin­ter­leg­te Selbst­be­tei­li­gung in Abzug gebracht.

Für den Mak­ler ist die Insol­venz sei­nes vor­he­ri­gen VSH-Ver­si­che­rers daher eine schwie­ri­ge Situa­ti­on. Sei­ne Haf­tung gegen­über dem Kun­den bestand unab­hän­gig davon, ob sein dama­li­ger Ver­si­che­rer noch zah­lungs­fä­hig war. Prü­fung, Ver­hand­lung, not­falls Pro­zess­füh­rung: All das wäre eigent­lich Auf­ga­be des insol­ven­ten Ver­si­che­rers gewe­sen. Die Wege dort­hin waren durch die Insol­venz aber deut­lich län­ger und kom­pli­zier­ter gewor­den.

Mög­li­che Abhil­fe bie­tet in sol­chen Kon­stel­la­tio­nen die Vor­leis­tungs­pflicht des aktu­el­len Ver­si­che­rers bei unkla­rem Ver­stoß­zeit­punkt – eine Rege­lung, die in unse­ren Deckungs­kon­zep­ten aus­drück­lich ver­ein­bart ist.

Auf­grund die­ser Rege­lung stand dem Mak­ler einer unse­rer Kon­zept­part­ner als star­ker und sol­ven­ter Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rer zur Sei­te. Die­ser regu­lier­te den Scha­den und wird auch den vor­aus­sicht­lich sehr lan­gen Pro­zess über­neh­men, die Ent­schä­di­gungs­leis­tung bei dem ver­mut­lich zeit­lich zustän­di­gen insol­ven­ten Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rer zu regres­sie­ren. Ein in jeder Hin­sicht erheb­li­cher Mehr­wert für den Mak­ler und sei­nen Kun­den.

Nicht an Essentiellem sparen – das Fazit

Nicht jeder Scha­den­fall wirft schwie­ri­ge Haf­tungs­fra­gen auf. Eines muss jedoch grund­sätz­lich gewähr­leis­tet sein: die Ver­läss­lich­keit und aus­rei­chen­de wirt­schaft­li­che Stär­ke und Sol­venz des Risi­ko­trä­gers in der Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rung.

Die Wahl des eige­nen Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rers ist somit kei­ne rei­ne Preis­fra­ge und auch kei­ne Moment­auf­nah­me. Sie ist immer auch die Ent­schei­dung dar­über, wer in zehn oder zwan­zig Jah­ren noch exis­tiert – und dann auch noch zah­len kann. Die­sen Gesichts­punkt berück­sich­ti­gen wir von jeher bei der Kon­zep­tio­nie­rung unse­rer Deckungs­kon­zep­te und bei der Wahl unse­rer Kon­zept­part­ner.
 
 
 

Über die Hans John Versicherungsmakler GmbH

Die Hans John Ver­si­che­rungs­mak­ler GmbH aus Ham­burg bie­tet mit einem Kom­pe­tenz­team u. a. aus Voll­ju­ris­ten und Ver­si­che­rungs­kauf­leu­ten einen Voll­ser­vice in der Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht an – inklu­si­ve umfas­sen­der Betreu­ung im Scha­dens­fall. Die Hans John Ver­si­che­rungs­mak­ler GmbH ist seit Jah­ren einer der Markt­füh­rer in ihrem Seg­ment.
 

Ansprechpartner zu dieser Meldung


Ass. jur. Dr. Oli­ver Fröh­lich, LL.M.
schaden@haftpflichtexperten.de