Wer zu spät kommt … dem wird auch geholfen.

Ein Was­ser­scha­den ist einer der ärger­lichs­ten Schä­den, die einem pas­sie­ren kön­nen – wenn dann sowohl der Wohn­ge­bäu­de- als auch der VSH-Ver­si­che­rer die Deckung wegen ver­meint­li­cher Mak­ler­feh­ler ver­wei­gern, ist die Stim­mung voll­ends im voll­ge­lau­fe­nen Kel­ler. Doch es lohnt sich, eine Ableh­nung nicht ein­fach hin­zu­neh­men.

Nicht nur voll‑, sondern auch dumm gelaufen – der Sachverhalt

Eine Kun­din mel­de­te sich Ende 2025 bei ihrem Mak­ler, da ein Rohr­bruch in ihrem Haus den Kel­ler über­flu­tet hat­te. Die Trock­nungs­kos­ten und der Sach­scha­den belie­fen sich auf 20.000 Euro. Die Kun­din wähn­te ihr wich­tigs­tes Wirt­schafts­gut gut abge­si­chert, da der Mak­ler ihre Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung fünf Jah­re zuvor nach gründ­li­cher Über­prü­fung umge­deckt hat­te. Zum Ent­set­zen aller ver­wei­ger­te die Ver­si­che­rung aber die Zah­lung.

Es stell­te sich her­aus, dass der Mak­ler über­se­hen hat­te, dass im vor­he­ri­gen Ver­trag Lei­tungs­was­ser­schä­den ver­si­chert waren – und im neu­en nicht! Ver­är­gert nahm die ent­täusch­te Kun­din den Mak­ler in Anspruch. Auf den ers­ten Blick ein typi­scher Fall für die VSH.

Obwohl der Mak­ler seit 2021 über unser Haus betreut wird, dach­te er, er müss­te den Scha­den eigen­ver­ant­wort­lich dem 2020 noch zustän­di­gen Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rer mel­den, der kein Kon­zept­part­ner von uns war. Es folg­te der nächs­te Schock: Die Scha­den­mel­dung wur­de über­ra­schen­der­wei­se abge­schmet­tert. Nun end­lich mel­de­te sich der Mak­ler bei uns.

Freche Fristen ohne Substanz – die Deckungsebene

Wir stie­gen unver­züg­lich in die Prü­fung der Ableh­nung ein. Fol­gen­de For­mu­lie­rung fiel uns auf:

„Gemäß der Ihrem Ver­trag zugrun­de­lie­gen­den Bedin­gun­gen umfasst der Ver­si­che­rungs­schutz die Fol­gen aller wäh­rend der Ver­si­che­rungs­dau­er began­ge­nen Ver­stö­ße, die dem Ver­si­che­rer nicht spä­ter als drei Jah­re nach Been­di­gung des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges gemel­det wer­den. Die Mel­de­frist ende­te damit am 01.01.2024 und liegt damit außer­halb der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten 3‑Jah­res-Mel­de­frist nach Ver­trags­en­de. Die­se Frist ist eine Aus­schluss­frist, die wir lei­der nicht über­schrei­ten kön­nen. An die­se ver­trag­lich ver­ein­bar­te Frist sind wir gebun­den, wes­halb wir Ihren Antrag auf Ver­si­che­rungs­schutz lei­der ableh­nen müs­sen.“

Wir konn­ten kaum glau­ben, dass hier trotz einer seit vie­len Jah­ren gefes­tig­ten Recht­spre­chung ver­sucht wur­de, Ver­si­che­rungs­schutz unter Hin­weis auf den Ablauf der ver­trag­li­chen Nach­mel­de­frist abzu­leh­nen.

Denn: In der Pflicht­ver­si­che­rung für Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler ist eine Begren­zung der Nach­mel­de­frist recht­lich nicht zuläs­sig. Zwar gab es in frü­he­ren Ent­wür­fen der Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler­ver­ord­nung ent­spre­chen­de Über­le­gun­gen, in der end­gül­ti­gen Fas­sung wur­den sie aber nicht umge­setzt.

Dies alles führ­ten wir gegen­über dem Risi­ko­trä­ger aus und wie­sen zusätz­lich auf fol­gen­des hin: Selbst wenn eine Nach­mel­de­frist wirk­sam ver­ein­bart wer­den könn­te, könn­te sich der Ver­si­che­rer nicht dar­auf beru­fen, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer die Frist unver­schul­det ver­säumt hat. Dazu gibt es seit Jah­ren gefes­tig­te Recht­spre­chung, unter ande­rem durch das Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart (Urteil vom 27.11.2008 — 7 U 89/08) sowie zuletzt durch einen Hin­weis­be­schluss des Ober­lan­des­ge­richts Mün­chen (24.11.2025 — 25 U 1237/25 e).
Rasch folg­te der Risi­ko­trä­ger unse­rer Argu­men­ta­ti­on und regu­lier­te den Scha­den zügig.

Eine Ablehnung ist kein Grund zur Verzweiflung – das Fazit

Die­ser Fall zeigt deut­lich, dass eine ableh­nen­de Hal­tung eines Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rers nicht zwangs­läu­fig das letz­te Wort sein muss. Stan­dar­di­sier­te Ableh­nun­gen unter Beru­fung auf Nach­mel­de­fris­ten waren in der Pra­xis frü­her ein wie­der­keh­ren­des Mus­ter und tau­chen auch heut­zu­ta­ge immer wie­der ein­mal auf, hal­ten jedoch einer ver­tief­ten recht­li­chen Prü­fung nicht stand.

 
 
 

Über die Hans John Versicherungsmakler GmbH

Die Hans John Ver­si­che­rungs­mak­ler GmbH aus Ham­burg bie­tet mit einem Kom­pe­tenz­team u. a. aus Voll­ju­ris­ten und Ver­si­che­rungs­kauf­leu­ten einen Voll­ser­vice in der Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht an – inklu­si­ve umfas­sen­der Betreu­ung im Scha­dens­fall. Die Hans John Ver­si­che­rungs­mak­ler GmbH ist seit Jah­ren einer der Markt­füh­rer in ihrem Seg­ment.

 

Ansprechpartner zu dieser Meldung

Ass. jur. Dr. Oli­ver Fröh­lich, LL.M.
schaden@haftpflichtexperten.de