„Immer mit der Ruhe“ kann auch gewaltig nach hinten losgehen.

Sehr beru­hi­gend, wenn nach einem Scha­dens­er­eig­nis eine zügi­ge Zah­lungs­zu­sa­ge sei­tens des Ver­si­che­rers vor­liegt. Wenn dies aller­dings dazu führt, dass sich nie­mand mehr ver­pflich­tet sieht, mit der Scha­den­ab­wick­lung zusam­men­hän­gen­de Auf­ga­ben und Fris­ten ein­zu­hal­ten, wird dar­aus die Ruhe vor dem Sturm.

Ein trügerisches Gefühl von Sicherheit – der Sachverhalt

Nach einem hef­ti­gen Unwet­ter im Som­mer 2021 mel­de­te ein lang­jäh­ri­ger Kun­de sei­nem Mak­ler Schä­den an sei­nem Haus. Der Mak­ler besprach mit ihm die übli­che Vor­ge­hens­wei­se zur Scha­dens­mel­dung und reich­te die Unter­la­gen bei der Gebäu­de­ver­si­che­rung ein. Als die­se eine vor­läu­fi­ge Zah­lungs­zu­sa­ge erteil­te, beauf­trag­te der Kun­de ein Hand­werks­un­ter­neh­men mit Repa­ra­tur­ar­bei­ten.

Bei der Umset­zung kam es dann aller­dings zu erheb­li­chen Ver­zö­ge­run­gen. Wegen hoher Aus­las­tung und Per­so­nal­man­gels auf­sei­ten des Bau­un­ter­neh­mens zogen sich die Arbei­ten über meh­re­re Jah­re hin. Besorgt wand­te sich der Kun­de in die­ser Zeit mehr­fach an den Mak­ler, weil er fürch­te­te, dass höhe­re Kos­ten ent­ste­hen könn­ten oder der Ver­si­che­rungs­an­spruch gefähr­det sein könn­te. Der Mak­ler beru­hig­te ihn jedoch mit dem Hin­weis auf die vor­läu­fi­ge Zah­lungs­zu­sa­ge und sah kei­ne Ver­an­las­sung für wei­te­re Maß­nah­men.

Als die Repa­ra­tu­ren nach meh­re­ren Jah­ren end­lich abge­schlos­sen waren, reich­te der Mak­ler die Rech­nung bei der Gebäu­de­ver­si­che­rung ein. Die­se lehn­te die Zah­lung aber ab. Ihre Begrün­dung: Der Anspruch sei ver­jährt und eine soge­nann­te Ver­jäh­rungs­ver­zichts­er­klä­rung nicht bean­tragt wor­den. Der Kun­de, der sei­ne schlimms­ten Befürch­tun­gen bestä­tigt sah, mach­te dar­auf­hin sei­nen Anspruch gegen­über dem Mak­ler gel­tend. Er ver­lang­te die Zah­lung der Rech­nung in Höhe von 2.200 Euro, da er sich auf die Betreu­ung und Ein­schät­zung des Mak­lers ver­las­sen hat­te.

Die Entdeckung der Langsamkeit – die Deckungsebene

Der Mak­ler mel­de­te den Fall an sei­ne Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rung und leg­te die rele­van­ten Unter­la­gen vor. Es bestä­tig­te sich, dass der Mak­ler es ver­säumt hat­te, den zeit­li­chen Ablauf des Scha­den­falls aktiv zu kon­trol­lie­ren und vor allem die Ver­jäh­rungs­ver­zichts­er­klä­rung zu bean­tra­gen.

Der Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht­ver­si­che­rer regu­lier­te den Scha­den sehr schnell. Aus­schlag­ge­bend waren meh­re­re Grün­de: Zum einen war die Scha­dens­hö­he über­schau­bar. Zum ande­ren han­del­te es sich beim Gebäu­de­ver­si­che­rer um den­sel­ben Ver­si­che­rer wie bei der Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht, was die Prü­fung und Abwick­lung erheb­lich ver­ein­fach­te. Zudem war nicht aus­zu­schlie­ßen, dass der Gebäu­de­ver­si­che­rer sich eben­falls Ver­säum­nis­se zuzu­rech­nen hat­te, die zu der Situa­ti­on bei­getra­gen hat­ten.

Fristen im Blick behalten heißt Kunden schützen – das Fazit

Der Fall macht deut­lich, wie wich­tig die lau­fen­de Betreu­ung und das akti­ve Nach­hal­ten von Scha­den­mel­dun­gen durch den Mak­ler sind. Eine vor­läu­fi­ge Zah­lungs­zu­sa­ge ent­bin­det nicht auto­ma­tisch von der Pflicht, Fris­ten und Fort­schrit­te im Blick zu behal­ten. Lan­ge Ver­zö­ge­run­gen kön­nen dazu füh­ren, dass Ansprü­che ver­jäh­ren.

Gleich­zei­tig zeigt der Fall, dass eine gut geführ­te Scha­den­ak­te und die rich­ti­ge VSH-Deckung erheb­lich hel­fen kön­nen, finan­zi­el­le Fol­gen von Ver­säum­nis­sen zu begren­zen und schnell zu hei­len.

 

Über die Hans John Versicherungsmakler GmbH

Die Hans John Ver­si­che­rungs­mak­ler GmbH aus Ham­burg bie­tet mit einem Kom­pe­tenz­team u. a. aus Voll­ju­ris­ten und Ver­si­che­rungs­kauf­leu­ten einen Voll­ser­vice in der Ver­mö­gens­scha­den-Haft­pflicht an – inklu­si­ve umfas­sen­der Betreu­ung im Scha­dens­fall. Die Hans John Ver­si­che­rungs­mak­ler GmbH ist seit Jah­ren einer der Markt­füh­rer in ihrem Seg­ment.

 

Ansprechpartner zu dieser Meldung

Ass. jur. Dr. Oli­ver Fröh­lich, LL.M.
schaden@haftpflichtexperten.de